ZEMENTESTRICH

Beim Zementestrich handelt sich dabei um einen Beton, dessen Korngröße und Mischung auf seine spezielle Verwendung optimiert wurde. Vereinfacht, weißt er eine Korngröße bis zu 8 Millimetern und ein Mischungsverhältnis Sand zu Zement von etwa 3:1 auf. Für Industrieanwendungen kann der Sand grober gesiebt sein und die Oberflächenfestigkeit durch Beimischung spezieller chemischer Zusätze erhöht werden. Die Festigkeitsklassen eines Estrichs lehnen sich an die des Betons an.

SCHWIMMENDE ESTRICHE

Schwimmende Estriche – auch Estriche auf Dämmschicht genannt – dienen der Verbesserung der Wärme- und Trittschalldämmung. Das herausragendste konstruktive Merkmal von schwimmenden Estrichen ist die vertikale und horizontale Beweglichkeit der Estrichplatte. Sie darf keinen unmittelbaren Kontakt zu anderen Bauteilen aufweisen, da sonst Schall- oder Wärmebrücken entstehen. Zur Anwendung kommen schwimmende Estriche im Wohnungs- und Verwaltungsbau sowie in öffentlichen Bauten.

VERBUNDESTRICHE

Bei hohen mechanischen Belastungen (ohne besondere Anforderungen an den Schall- und Wärmeschutz), bieten sich Verbundestriche an. Herausragendes konstruktives Merkmal ist ihre vollflächige und feste Verbundenheit mit dem Untergrund. Häufig werden sie direkt ohne weiteren Belag genutzt, auch Nutzestriche genannt. Zur Anwendung kommen Verbundestriche im Wohnungsbau als unmittelbar genutzte Böden in Keller- und Nebenräumen. Wenn keine Beanspruchung durch hohe Lasten vorliegt, ist ein Estrich auf Trennschicht – da weniger aufwendig – vorzuziehen. Im gewerblichen Bereich werden Verbundestriche überall dort eingesetzt, wo starke mechanische Belastungen auftreten z.B. bei Fahrverkehr.

LEICHTESTRICHE

Ein Leichtestrich bzw. Ausgleichsestrich besteht aus leichtem Zuschlag (i.d.R. gebrochenes Styropor) und Bindemittel (Zement). Er wird dann eingebaut, wenn z.B. auf dem Rohfußboden eine besonders hohe Anzahl von Installationsrohren usw. verlegt worden ist, oder um große Unebenheiten im Rohfußboden auszugleichen.

HEIZESTRICHE

Als Heizestrich wird ein schwimmender Estrich bezeichnet, der entweder in oder unterhalb der Lastverteilungsschicht mit Heizelementen für die Raumheizung versehen ist. Je nach Lage der Heizelemente werden Heizestriche in die drei Bauarten unterteilt: Bauart A für nass verlegte Systeme – Das Heizelement ist im Estrich eingebettet. Mit gut wärmeleitenden Estrichen sind bei dieser Bauart günstige Wärmeabgabewerte zu erreichen. Bauart B für trocken verlegte Systeme – Das Heizelement liegt unter dem Estrich in bzw. auf der Dämmschicht. Wichtig ist eine geeignete Wärmeabgabe zum Beispiel durch Leitbleche an den Estrich. Bei dieser Bauart sind Bewegungsfugen einfach herzustellen, da sie an keiner Stelle auf Heizelemente treffen. Das System kann mit einem Fertigteilestrich kombiniert werden. Bauart C für nass verlegte Systeme – Das Heizelement liegt in einem Ausgleichestrich, der durch eine zweilagige Trennschicht vom lastverteilenden Estrich getrennt ist. Die Dicke des Ausgleichestrichs muss mindestens 20 mm größer sein als der Durchmesser der Heizelemente. Die Fugen können frei verlaufen.